Dienstag, 24. Juni 2014

So schnell vergeht die Zeit


Hallo ihr Lieben! Viel zu lange habe ich hier nichts von mir hören lassen. Ich bin an den ersten Verabschiedungen angekommen, nur noch drei kurze kurze Wochen bleiben mir im schönen Uruguay. Ich bin mit meinen Gefühlen sehr durcheinander, noch nie konnte ich so schwer beschreiben wie es mir geht. Zum einen kann ich es gar nicht abwarten zurückzukommen, meine Familie und Freunde in die Arme zu schließen und den Sommer in der schönsten aller Städte zu verbringen.
Und andererseits muss ich mein Leben hier am anderen Ende der Welt zurücklassen,
mich von meinen Liebsten verabschieden ohne zu wissen wann man wiederkommen wird.
Des Öfteren laufen mir zurzeit ein paar Tränen hinunter, wie ein Freund sagte "estos son lagrimas de alegría", dies sind Tränen der Freude. So gut es mit einem ziemlich überforderten Gefühlshormon geht, versuche ich meine letzte Zeit noch in vollen Zügen zu genießen.

Zwischendurch ging es nochmal für alle Austauschschüler in die Nähe von Montevideo, wo wir ein Wochenende mit YFU auf unserer letzten Orientation verbrachten. Es ging viel um Abschied, Zurückkommen und das Gefühlschaos. Immer wieder tut es gut sich austauschen zu können und zu wissen dass es anderen genauso geht wie einem selbst. Von einigen Leuten musste ich mich schon verabschieden, da es viele verschiedene Flüge gibt und letztendlich nur die Deutschen mit mir zurückfliegen werden. Dass sich viele unserer Wege nun trennen werden konnte ich noch gar nicht realisieren, doch durch dieses gemeinsame unvergessliche Erlebnis Auslandsjahr haben sich einige internationale Freundschaften entwickelt. Ich bin mir sicher dass ich ein paar der Austauschschüler schon bald wiedersehe und wir uns besuchen kommen werden.

Mir ist aufgefallen dass ich noch nie etwas von meiner Schulklasse berichtet habe. Ich bin zurzeit im letzten Schuljahr hier und mache den künstlerischen Zweig, Artistico. Wir haben die Fächer Zeichnen, Tanzen, Theater, Musik, Literatur, Englisch, Philosofie, Kunstgeschichte und Sozialkunde. Meine Klassenkameraden sind super nett und eine tolle Gruppe. In der letzten Woche haben wir uns einen Tag unserem Klassenraum gewidmet, Fotos folgen :).

Meine letzten Samstags Morgende verbrachte ich mit meiner Schwester und einigen ihrer Mitschüler in einem der ärmsten Viertel von Melo. Das von ihrer Privatschule organisierte Treffen nennt sich "Oratorio und mit ca. fünfzig Kindern wird den Vormittag gespielt und gequatscht, außerdem werden Brötchen und Milch verteilt. Ein Großteil der Kinder lebt in Blechhütten mit mindestens fünf Hunden zusammen. Es ist hart zu sehen an was für einem Abgrund einige Familien stehen und was es in Teilen von Melo für ein große Armut gibt. Es herrscht ein rauher Ton im Umgang unter den Kindern, sich wird beschimpft und geschlagen, doch sie nehmen deine Hand, geben dir Küsse und erzählen dir aus ihrem Leben. Ich bin sehr froh, diese Erlebnis gemacht zu haben.

Wir sind viel am WM gucken, die Uruguayos sind ziemlich fußballvernarrt jedoch spüre ich längst nicht so viel Fieber wie ich es von Deutschland kenne. Ein wenig sehnsüchtig blicke ich auf sommerliches Public Viewing auf den Straßen von Hamburg. Die letzten Spiele von Uruguay schauten wir mit meinen Freundinnen zusammen, es wurde viel geschrien und gekreischt und nach dem Sieg gegen England spürte ich die festesten Umarmungen einen ganzen Jahres... Nach dem Spiel war auf den kleinen Straßen von Melo kein durchkommen und überall wurde gehupt, getutet und Fahnen geschwungen. VAMOS CELESTE!
Natürlich verfolge ich auch die Deutschland-Spiele und denke dabei an euch!

Ich habe nun noch eine Woche Schule, dann zwei Wochen Ferien und vier Tage später geht es für mich ab nach Deutschland. Die Ferienpläne sind noch ziemlich ungewiss und werden sehr spontan geplant, mal schauen auf was es hinausläuft.

Ich drücke euch,
muchos besos,

Nora

Freundschaftsspiel Uruguay:Slovenien im Stadion 
Deutsche Bar in Montevideo

mit Lara

Sanya, ich, Guille, Lara


mit Voluntario Guille

los Voluntarios :)

mit Tomke

mit Lara

toda la banda

der Klassenraum...

con Alexis


     

       

Camila y Alexis


Oratorio

con mis amigas







       
con Mateus


Dienstag, 20. Mai 2014

Colonia y Buenos Aires

Mitte Mai war es so weit: auf ging es zur letzten Reise mit YFU. An einem Montag Morgen trafen wir uns alle am Busterminal in Montevideo und begannen die Reise nach Colonia. Colonia del Sacramento liegt am Rio de la Plata und ist die Hauptstadt des Departementos Colonia.
Sie ist die älteste Stadt Uruguays und die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Den Tag über schauten wir uns die Altstadt an, tranken Kaffee und schlenderten wir durch die schönen Gassen. Außer schöner Architektur war das Viertel voll von tollen Restaurants und sehr stilvoll und süß eingerichteten Cafés. Und dann traf ich doch wirklich am anderen Ende der Welt einen argentinischen Sankt-Pauli Fan, der gemütlich am Kaffee schlürfen war und eine Weile mit mir plauderte. Die Nacht verbrachten wir in einem tollem Hostel und feierten abends den Geburtstag meiner Freundin Laura.

Am nächsten Morgen bestiegen wir die Fähre von Colonia aus und kamen nach ca. zwei Stunden in Buenos Aires, Argentinien an. Ein Reisebus brachte uns in unser wunderschönes Hostel im Stadtteil Palermo Soho. Schon auf der kurzen Busfahrt spürte man viel von dem wuselnden Großstadt Rythmus, der in Uruguay nicht wirklich aufzufinden ist. Nachdem wir gegessen hatten, machten wir uns auf, sich den Stadtteil näher anzugucken und liefen mehrere Stunden durch die schönen Straßen. Palermo Soho gilt als eines der sichersten Viertel in Buenos Aires und ist gefüllt von Jobs, Boutiquen, Designer-Läden, Bars, Kneipen, Restaurants und Clubs. Es ist sehr hip und chic, das Publikum sind junge gutangezogene Leute und die Athmossphäre ist sehr entspannt. Hier gibt es guten Cappuchino, moderne Bioläden und überteuerte Deko-Boutiquen. In den vielen Parks trifft man auf Hundesitter mit bis zu zwanzig Rassetieren an den Leinen, auf Pilates treibende Frauen und viele Jogger.
Ein erholsames Viertel mit den von Bäumen gesäumten Straßen in dem Trubel der pusierenden Weltmetropole. Abends aßen wir in einem Restaurant und saßen danach noch eine Weile  zu der Gitarre singend auf der Dachterasse des Hostels.
Den nächsten Tag begannen wir mit einer Stadtrundfahrt im Omnibus. Eine Führerin erzählte uns ein paar Dinge über die Stadt und an einigen Punkten konnten wir aussteigen um Fotos zu machen und uns ein wenig umzugucken. Der Verkehr ist ziemlich aggressiv und die Autos halten nicht an wenn du die Straße überqueren möchtest (in Montevideo winken dich sogar die Busfahrer durch).
In der Stadt siehst du gleich vielmehr Englisch, als man es je in Uruguay finden würde, man merkt, dass Buenos Aires internationalen Einfluss hat. Am Stadion des bekanntesten Fußballclubs der Stadt, "Boca", hielten wir mit dem Bus an und einige kauften sich auch ein Ticket um sich das Stadion von innen anzusehen. Anschließend stoppten wir bei "La Boca", das ehemalige Migranten-Viertel.
Die Häuserfronten sind gesäumt von leuchtenden Farben und in den alten Wohnungen werden nun Mengen an Souvenirs verkauft. Den Nachmittag verbrachten wir im Malba, das Museum für Lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires. Ein Großteil der guten Ausstellung war von Mario Testino, Modefotograf. Wie jeden Abend gingen wir wieder in einem Restaurant essen und genossen diesmal ein superleckeres Asado.Die Nacht über verbrachte ich wieder auf der Terasse, quatschend mit einigen Freunden und später tanzten wir noch zu südamerikanischer Musik.
Am letzten Tag schlenderten wir noch ein bisschen herum, gingen in einen Park, aßen zusammen und schon ging es zurück nach Uruguay.

So gern wären wir alle noch länger geblieben und noch mehr gesehen von der Stadt. Innerhalb zwei Tage kannst du keine Stadt kennenlernen, doch immerhin hab ich nun eine Idee von Buenos Aires.
Ich verbrachte noch zwei weitere Tage in Montevideo, wo ich meinen Schlafmangel ausgleichte, viele Freunde traf und meine Freiheit genoss.
Es ist traurig zu wissen, dass dies nun die letzte Reise mit all den Austauschschülern, all den tollen Leuten war, dass sich diese unvergesslichen Erfahrungen nicht wiederholen werden. Nun steht noch die letzte Orientation von YFU vor uns und einen Monat später geht es auch schon wieder ab ins Heimatland...

Ich drück euch alle,
un beso grande,

eure Nora


Gracias a Laura, Lara, Jonas, Marcos, Pablo por algunas Fotos!



En Colonia






           



Lauras Geburtstag

mit Leon y Lara
Hostel in Buenos Aires 
Terasse vom Hostel


mit Laura

in Palermo




Lara, Pablo, Sanya, ich








sowas findet man dann am anderen Ende der Welt, haha

Was siehst du?

Leon, Nils, Tristan, ich





La Boca




Anna, Leila, Nelli, Laura, Lara


meine lieben Laura und Lara


Lara, Lein, Nils, Basilio, ich, Jonas


MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires)

de Mario Testino, Demi Moore




mit Bilbo

mit Tomke

im YFU Office

mit Nils und Lara