Dienstag, 22. April 2014

En Campaña

Die letzte Woche hatte ich eine Woche schulfrei, Osterferien. Ich verbrachte fast die ganz Zeit mit meiner Familie en campaña (auf dem Land). Mehrmals ritt ich auf einem der fünf Pferde aus, entlang der riesigen und ewig weiten Koppeln. Außerdem gab es zwei sehr süße Hundewelpen, mit denen ich viel Zeit verbrachte. An einem Tag transportierten wir ein Schaf zum Grundstück eines Nachbarns, wo es dann an einen Baum gehängt, aufgeschnitten und auseinandergenommen wurde. Ich weigerte mich zuzuschauen, meine Familie versteht meine Sensibilität zu diesem Thema nicht ganz... Auch beim Fischen musste ich mich zusammennehmen nicht wegzulaufen, da der schon ausgenommene Fisch sich noch eine Stunde später bewegte.
Ich esse zwar jeden Tag Fleisch, was ich aber nur tue, weil ich in Uruguay bin. Es heißt nicht, dass ich gerne Tiere töte, was ich meiner Familie schließlich erstmal erklärte.

Es ist immer wieder schön für ein paar Tage zur Ruhe zu kommen und die Stille zum Nachdenken zu haben. Mir bleiben nun nur noch knappe zwölf Wochen in Uruguay. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich kann mir nicht vorstellen in knapp drei Monaten schon wieder in Deutschland zu sein. Ich blicke allem mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich freue ich mich riesig auf meine Familie, meine Freunde und auf die beste aller Städte: Hamburg! Jedoch denke ich, dass ich es noch gar nicht fassen kann, wie schwer der Abschied hier werden wird. Innerhalb eines Jahres baut man sich ein neues Leben auf, ich habe meinen Alltag, meine Familie, meine Freunde und einen Freund den ich liebe.
Und wie sehr werde ich die Uruguayos, diese wunderbar offenen Menschen vermissen!
In einer Weile muss ich mich von einem sehr unterschiedlichen Leben als in Deutschland trennen, was mir sicherlich verdammt fehlen wird. Natürlich ist es nicht so, dass ich hier vollkommen ohne Probleme lebe, auch hier gibt es Tage an denen ich mal nicht so gut drauf bin wegen irgendeiner Sache, doch das gehört dazu, denke ich.

In gut einer Woche werde ich nach Montevideo fahren, dort ein paar Tage verbringen und anschließend geht es mit YFU ab nach Colonia (Departemento en Uruguay) und Buenos Aires in Argentinien, ich bin schon voller Vorfreude!

Muchos Besos,
eure Nora


Die Fotos sind ein Mix aus verschiedenen Zeiten!








Josefina



unser Hund Malu







Dienstag, 1. April 2014

La Patria Gaucha

Mit einiger Verspätung erzähle ich euch etwas von einem schönen und sonnigen Samstag auf der "Patria Gaucha".
Die Patria Gaucha ist ein traditionelles Fest, das jedes Jahr im Departemento Tacuarembo abgehalten wird. Das Thema ist die Landeskultur und die Tradition der Uruguayos.
Alle tragen die Kleidung der Gauchos, die der traditionellen Landsleute. Es gibt Tierversteigerungen, Verkaufstände mit handgefertigten Sachen, eine riesige Parade mit über tausend Pferden, Vorstellungen aller möglichen Art und einen Wettbewerb zwischen den am besten hergerichteten Ranchos. Ranchos nennt man die herkömmlichen, einfachen Häuser aus Erde, so wie sie noch vor hundert Jahren aussahen. Aus dem ganzen Land kommen die Menschen angereist um vorzustellen, auszustellen, anzuschauen und sich auszutauschen. Meine Eltern und ich verließen Melo um sieben Uhr morgens und kamen nach ca. zwei Stunden Autofahrt in Tacuarembo an. Wir hatten einen sehr netten Tag, besichtigten viel und quatschten mit einigen gut gelaunten Uruguayos. Was hat dieses Land doch für tolle Leute! Zufällig traf ich sogar einen anderen deutschen Austauschschüler :)
Man fühlte sich um einige Jahrzehnte in der Zeit zurückgedreht und erneut wurde mir bewusst, was die Landestradition für eine große Rolle in Uruguay spielt. Ich genoss den Tag mit Gustavo und Adriana sehr und abends kamen wir schließlich erschöpft aber glücklich zu Hause an.


Un Rancho





Gustavo

Adriana y yo






Dieses Foto entstand an einem anderen Tag, mit meinem Bruder, Schwester, Vater und Mutter in Melo.